Detektei acinus in Ludwigshafen

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Interview mit Nikolaus Dieter Klären, Geschäftsführer der Detektei acinus in Ludwigshafen.

 

KMU-Interview.de: Warum sind Sie Detektiv geworden?

Nikolaus Dieter Klären: Nach 30 Jahren als Kriminalhauptkommisar habe ich ganz einfach nach einer vernünftigen Alternative gesucht und führe mit meinem Sohn zusammen einen Familienbetrieb, der mir so richtig Spaß macht. Natürlich kann ich auf meine Erfahrungen, die ich bei der Kripo gemacht habe, zurückgreifen. Zum Beispiel in Sachen Ermittlungskompetenz.

Gibt es denn eine klassische Ausbildung?

Nein, in Deutschland nicht. Das bedauere ich sehr, denn der Begriff “Detektiv” ist nicht geschützt. Deshalb sollte man sich schon ganz genau anschauen, wem man sich da anvertraut. Ganz anders im Nachbarland Frankreich: Da muss man sogar ein Hochschulstudium nachweisen und eine Lizenz vorlegen. Ich finde schon, dass man genau wissen sollte was man als Detektiv so alles kann und darf und was nicht. Mein mir gibt es kein “Stundenschinderei”.

Gibt es einen typischen Arbeitsbereich, typische Fälle, die Sie bearbeiten?

Aktuell arbeite ich mit 30 Rechtsanwaltsbüros und mehreren großen Konzernen zusammen. Die Bereiche sind weit gefächert. So kümmern wir uns häufig um Wettbewerbsverstöße. Wenn sich zum Beispiel Arbeitnehmer selbstständig machen und einfach einen Teil der Kunden “mitnehmen” das heißt abwerben. Ich habe auch schon sehr oft überprüft, ob Leute im Krankenstand tatsächlich auch krank sind oder es nur vorgeben. Auch Spesenbetrügereien gehen wir nach. In einem krassen Fall stand ein Firmenwagen eine Woche auf dem Parkplatz und wurde nicht bewegt. Der Außendienstmitarbeiter hat aber munter täglich Fahrtkosten abgerechnet.

Bei dem Wort Detektiv fallen einem immer gleich irgendwelche TV-Helden ein. Wie realistisch sind eigentlich diese Geschichten?

Ja, ja Matula und Konsorten. Da gibt es wenig Ähnlichkeiten. Ich trage zum Beispiel auch keine Waffe, denn wir ermitteln seriös, führen Befragungen durch, die auch ganz genau dokumentiert werden. Die großartigen Actiongeschichten gibt es nur im Fernsehen.

In unangenehmen Situationen waren Sie aber sich schon mal?

Das kann man wohl sagen. Wir haben einen “Krankfeierer” überprüft und festgestellt, dass er ein sehr lukratives Etablissement im Bahnhofsviertel in Frankfurt betrieben hat. Der hat die Observierung bemerkt und seine Schutztruppen sind mir auf die Pelle gerückt. Das war ganz schön brenzlig.

Was bedeutet der Begriff  “gerichtsverwertbar”?

Unsere Emittlungen müssen Hand und Fuß haben. Im Zweifelsfall muss ich im Zeugenstand aussagen und werde vereidigt. Deshalb ist die genaue Dokumentation so wichtig. Meine Kunden sollen sich ja total auf mich verlassen können.

Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf ganz besonders?

Die vielen Menschen und Schicksale, die man so mitkriegt. Das Thema “Stalking” in Bezeiheungen kommt leider häufig vor. Auch türkischstämmige Frauen lassen sich von ihren Männern nicht mehr alles gefallen. Bei uns gibt es bei Scheidungen zwar kein Schuldprinzip mehr, aber sagen sie das mal einer türkischen Familien. Da muss die betrogene Ehefrau schon ganz genau beweisen können, was ihr Göttergatte so alles treibt. Sonst wird der Scheidungswunsch nicht akzeptiert.

 

Wenn Sie sich beraten lasen wollen, gibt es hier über die Detektei acinus in Ludwigshafen oder auf der Homepage www.die-freundlichen-kriminalisten.de.

Interview vom 15. September 2010

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