S&C Abbruch Umwelttechnik in Mannheim
Interview mit Gökhan Gürel von S&C Abbruch Umwelttechnik in Mannheim.
Herr Gürel, in dem Namen Ihrer Firma kommt der Begriff Umwelttechnik vor. Was darf man sich unter Umwelttechnik vorstellen?
Das ist ein Arbeitsbereich, in dem man Material, das die Umwelt belastet, zurückbaut. Wir entlasten die Umwelt, indem wir Altlasten zurückbauen.
Wie kam es dazu, dass Sie das zu Ihrem Arbeitsbereich gemacht haben?
Ich komme ursprünglich vom Bau. Ich bin zwar noch jung, bin aber seit 22 Jahren auf dem Bau tätig. Ich bin Maurermeister, das habe ich gelernt und habe ein kleines Baugeschäft aufgemacht und bin dann vor sechs oder sieben Jahren in den Abbruch reingerutscht. Aus Interesse habe ich mich mit Schadstoffen, wie Asbest oder PCB, also alles mit Altlasten, befasst. Das sind alles Stoffe, die früher eingesetzt worden sind, weil sie brandhemmend wirken. Das hat mich mehr und mehr interessiert und so bin ich in die Umwelttechnik reingerutscht. Manche nennen das auch Umweltservice. Wir nennen es Umwelttechnik, weil wir auch technische Gerätschaften haben, mit denen wir Gebäude rückbauen.
Mit welchen Gefahrenstoffen arbeitet man in diesem Beruf jeden Tag und welche Sicherheitsvorkehrungen muss man wegen diesen treffen?
Man arbeitet beinahe täglich mit Asbest, PCB und PAK. Zuerst müssen wir das bei der Behörde anzeigen, damit die das überwachen und kontrollieren können. Dann braucht man gewisse Bindemittel, um Schadstoffe abzufangen und die im Raum zu lassen, damit die Stoffe nicht beim Zurückbauen nach außen gelangen. Dann gibt es natürlich eine Schutzausrüstung, die besteht aus Schutzhandschuhen der Kategorie 2, Einweganzügen und Mundschutzmasken. Es gibt mittlerweile auch vollunterstützte Vollgebläse-Mundmasken. Da hat man einen Akku um die Hüfte und kriegt 30 Minuten lang frischen Sauerstoff. Das macht man bei den ganz gefährlichen Stoffen, wie Blauasbest. Blauasbest gehört zu den hochgradigsten und gefährlichsten Schadstoffen und ist hochgiftig für den Menschen.
Werden hauptsächlich Wohnanlagen saniert?
Ja, die ganzen Wohnungen, die im Betonbaustil gebaut wurden. In den Sechzigern und Siebzigern gab es ja einen regelrechten Boom in Deutschland, dass diese Betonbauten aufgezogen wurden. Und der beste Brennhemmer zwischen den Stockwerken war damals dieses Spritzasbest. Das hatte auch den Vorteil, da konnte man sehr gut die Stahlträger drin einfassen, sodass diese im Falle eines Brandes gut geschützt waren. Diese Gebäude müssen heute saniert werden.
Interview vom 18. Juni 2010
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